Fragebogen zur Mehrsprachigkeit

Die Datenerhebung wurde am 21. Juni abgeschlossen. Das SMS 2.0-Team wird die Ergebnisse nach der Datenanalyse veröffentlich. Vielen Dank an alle, die an der Erhebung teilgenommen haben!

WELCHE MEHRSPRACHIGKEIT GIBT ES AN DEN SCHULEN SÜDTIROLS?

… und auch: Wird in den Klassen über Mehrsprachigkeit und ihren Einfluss auf das Leben der Schülerinnen und Schüler gesprochen? Welche Auswirkungen hatte die Pandemie auf die Förderung mehrsprachiger Unterrichtsaktivitäten? Werden die Eltern in die Initiativen zur Förderung der Mehrsprachigkeit miteinbezogen?

Solche und ähnliche Fragen werden in Südtirol immer häufiger gestellt, sei es von Seiten der Wissenschaft, sei es von Seiten der Schule. Da im Moment hier verlässliche Angaben fehlen, stellen wir diese und ähnliche Fragen in unserem Online-Fragebogen zu „Mehrsprachigkeit: didaktische Aktivitäten“ und fordern Lehrpersonen ausgewählter Schulen uns darauf Antworten zu geben. Aber machen wir einen kurzen Schritt zurück!

Das Nebeneinander verschiedener Sprachen zeichnet Südtirol seit geraumer Zeit aus. Das betrifft nicht nur die drei Landessprachen, sondern auch all jene Sprachen, die die Menschen sprechen, die Südtirol in den letzten Jahrzehnten zu ihrer neuen Heimat gemacht haben. Im Jahr 2012 wurde dem Team des damals neu gegründeten Projekts SMS allerdings klar, dass zu dieser Sprachenvielfalt weder Studien noch Datenerhebungen vorlagen. Besonders in der Schulwelt war man sich bewusst, dass eine Definition von Mehrsprachigkeit anhand der drei „lokalen“ Sprachgruppen einschränkend und überdies nicht mehr zeitgemäß war. So entstand eine Zusammenarbeit zwischen Forschung und Schule in Südtirol, im Rahmen derer Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrpersonen, Schulführungskräfte und Eltern von zehn Mittelschulklassen deutscher und italienischer Sprache an einer Untersuchung teilnahmen, die die „neue“ Mehrsprachigkeit in den Schulen darstellen und damit beschreibbar machen sollte. Aus der Analyse der Daten entwickelte das Team eine dreijährige Studie, die 2018 abgeschlossen wurde und deren Ergebnisse allen Interessierten zugänglich sind. 

Fast 10 Jahre später, anlässlich des Starts der zweiten Projektphase SMS 2.0 (und trotz der Pandemie), hat sich das Team deutlich anspruchsvollere Ziele gesetzt. Zuerst geht es darum, die sprachliche Diversität in den Klassen sozusagen zu „kartografieren“, dann darum zu sehen, wie die Lehrpersonen mit dieser Diversität umgehen, auch anhand mehrsprachiger Aktivitäten in ihrer täglichen Unterrichtspraxis. Dafür wenden wir uns erneut an die Lehrkräfte, jetzt allerdings an Lehrkräfte aller Fächer und aller Schulstufen. Zudem beschränkt sich die Datenerhebung nicht mehr auf zehn Klassen aus dem städtischen Umfeld, sondern die befragten Lehrpersonen arbeiten in den verschiedenen Bezirken des Landes und an Schulen aller drei Sprachgruppen. Das verwendete Stichprobenauswahlverfahren stellt dabei sicher, dass die Anzahl der ausgewählten Lehrpersonen der drei Sprachgruppen im Verhältnis zur Gesamtanzahl steht.

Die Teilnahme an der Erhebung erfolgt auf freiwilliger Basis und die Daten werden in anonymisierter Form verarbeitet. Die Annahme, dass diese Daten allein für die Welt der Forschung von Bedeutung sind, ist allerdings falsch. Die Analyse der gesammelten Daten wird in den kommenden Jahren die Basis für die Ausarbeitung von Leitlinien, didaktischen Materialien und Fortbildungsangeboten sein, die für die lokalen Gegebenheiten „maßgeschneidert“ sind.

Durch den Beitrag der Lehrpersonen wird es dem Team von SMS also erst ermöglicht, Initiativen und Materialien auszuarbeiten (und anzubieten), die die komplexe und zunehmend heterogene sprachliche Situation in Südtirol in den Blick nehmen.

Vielen Dank!


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